Bahnhofsvorplatz Duisburg

August 2009 bis September 2009


Das Freiraumkonzept des Bahnhofsplatzes bezieht sich auf die zukunftsorientierte Entwicklung der Stadt Duisburg und lässt den Bahnhofsplatz zu einem Symbol für den vollzogenen Strukturwandel werden.

Altindustrielle Themen sind in der Stadt allgegenwärtig und rücken daher bei der Gestaltung des Bahnhofplatzes bewusst in den Hintergrund. Als identitätsstiftende Idee wird die Deckelung der A 59 als Besonderheit des Ortes in ein prägnantes Lichtkonzept übersetzt.

GESTALTUNG

Das räumliche Konzept: Das räumliche Konzept generiert durch die Aufnahme der städtebaulichen Bezüge zwischen Duisburger Freiheit und Königsstrasse einen linearen Platzraum. Die Platzränder werden mit Baumreihen besetzt unter denen eine gesteigerte Aufenthaltsqualität entsteht sowie die verkehrlichen Nutzungen des Bahnhofslatzes integriert werden. Das Bahnhofsgebäude schiebt sich leicht in den Platzraum und wird von den angrenzenden Baumreihen freigestellt. Die asymmetrische Begrünung der Platzränder durch Baumreihen kann in der Königsstrasse fortgesetzt werden. Die Baumreihen stehen im Wechsel mit Sonnenschirmen für Aussengastronomie, Bänken, Papierkörben, Fahrradständern und Mastleuchten in bodenbündigen Funktionsstreifen aus wassergebundener Decke. Die Ostseite des Platzes nimmt in Anlehnung an das Verkehrskonzept zudem 15 Taxiwarteplätze, 45 Kiss & Ride Kurzparkplätze unter Bäumen sowie die Zufahrt zum Hotel auf. Beidseitig des Haupteinganges in das Bahnhofsgebäude werden eine lineare Sitzbank sowie mehrere Fahnenmasten angeordnet, wodurch das Gebäude in seiner Sonderstellung betont wird.

MATERIALKONZEPT

Das Materialkonzept basiert auf der Symbiose aus der Klinkerfassade des bestehenden Bahnhofsgebäudes und der Anlage einer Bühne für das städtische Leben. Für diese bodenbündige Stadtbühne steht ein Parkettfussboden Pate. Er wird in Form einer hochkant verlegten Klinkerfläche aus schwarzroten Klinkern graphisch übersetzt. Durch die Verwendung von Klinkern entsteht eine Symbiose zwischen dem Bahnhof und seinem Vorplatz, eine Ergänzung des Bestehenden, ein Dialog zwischen Alt und Neu, Vergangenheit und Zukunft. Die große Stadtbühne erhält eine kleinteilige Struktur aus einem vertrauten Material und wird in einen Kontext mit der Umgebung gestellt. Dynamisch geformte Bänke entwickeln sich an der Westseite des Belages und symbolisieren die Bewegung auf und unter dem Platz.

VERANSTALTUNGSKONZEPT

Durch die temporäre oder dauerhafte Installation einer Leinwand oder Veranstaltungsbühne am Südrand des Platzes wird der Platzraum geschlossen. Veranstaltungen wie Public Viewing, Konzerte, Open Air Kino, usw. können auf dem Platz stattfinden und ihn mit städtischem Leben füllen.

LICHTKONZEPT:

Das Lichtkonzept thematisiert die Verkehrsführung der Autobahn vor dem Eingangsgebäude des Bahnhofes und damit die Besonderheit des Ortes. Die Deckelung der Autobahn schließt diese verkehrsplanerische Wunde aus den 60er Jahren, als das Automobil noch als wichtigstes und zukunftsfähiges Verkehrsmittel im öffentlichen Raum vorrangig war. Dennoch ist das Automobil immer noch ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Der Bahnhofsplatz als dynamischer Ort ist geprägt vom Thema des Verkehrs. Die Bahnlinien, die A 59 unter dem Platz und nicht zuletzt die Fußgängerströme bewegen sich entlang des Platzes, auf dem Platz und sogar darunter. Das Lichtkonzept thematisiert die unter dem Platz und nicht zuletzt auf dem Platz verlaufenden Verkehrsströme durch linear angeordnete LED Lichtstreifen im Bodenbelag der Stadtbühne. Durch die Schaltung der LED-Linien erscheint der Platz von der Nordseite im weißen Licht der Linien, von der Südseite im roten Licht der Linien, analog zum Schein der Autoscheinwerfer bzw. Rücklichter, die dann jeweils aus dem angrenzenden Tunnelmund wieder auftauchen. Darüberhinaus unterstützen die unterschiedlichen Farben die Orientierung auf dem Platz: weißes Licht führt vom Bahnhof zur Fußgängerzone Königstraße hin, das rote Licht weist den Weg zurück zum Bahnhof.

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